„Man ist was man isst" sagt ein altes Sprichwort und trifft damit den Kern der Ernährungslehre, denn alles, was wir dem Körper zuführen, prägt ihn und kann wichtige Stoffwechselvorgänge beeinflussen. Wenn wir den Dingen freien Lauf lassen und alles essen, was uns schmeckt und sooft es uns schmeckt, wird sich zunächst eine gewisse Unpässlichkeit einstellen, über kurz oder lang aber auch ernsthafte Störungen, die in manchen Fällen nicht wieder gut zu machen sind. Daher ist es wichtig, daß wir uns eingehend mit der Ernährung auseinandersetzen und Verantwortung für unseren Körper übernehmen.
In einem kurzen Überblick will ich versuchen, wissenschaftlich untermauerte Grundsätze einer gesunden Ernährungsweise darzustellen. Zunächst möchte ich die Nährstoffe, Vitamine und Mineralien beschreiben und dabei auch gleich auf die Entstehungsmechanismen einiger wichtiger Erkrankungen hinweisen, die bei Mangel oder Überschuss an bestimmten Substanzen entstehen können. Ein kurzer Abriss über BSE informiert über den derzeitigen Wissensstand. Danach folgt als kleine Anregung ein Speiseplan. Damit ist sozusagen ein Fundament gelegt, von dem aus Sie durch Weglassen von individuell unverträglichen Speisen und Betonung von bekömmlichen Nahrungsmitteln einen ganz persönlichen Ernährungsplan zusammenstellen können. Schlussendlich ist dieses Basiswissen auch hilfreich, wenn man die besonderen Bedürfnisse des alternden Menschen verstehen und auf sie eingehen will.
Die Nährstoffe Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette werden unter Energiegewinn im Körper abgebaut und zum Teil in körpereigene Substanzen umgewandelt. Sie sollten in einer ganz bestimmten, gut ausgewogenen Verteilung zugeführt werden:
● 60 % Kohlenhydrate enthalten in: Brot, Obst, Gemüse, Kartoffel, Reis, Polenta, Zucker
● 10 % Eiweiß enthalten in: Fleisch, Fisch, Ei, Milch, aber auch in Getreide und Kartoffeln
● 30 % Fett enthalten in: Öl, Margarine, Butter, Schmalz
Richtwerte für die nötige Energiezufuhr
sind schwierig anzugeben, weil sie vom Geschlecht, der
Lebensweise und vielen zusätzlichen Faktoren bestimmt
werden. Anhaltswerte bei sitzender Tätigkeit sind:
Männer von 25-50 Jahren 2400 kcal, von 51-64 Jahren
2200
kcal, ab 65 Jahre
1900
kcal
Frauen von 25-50 Jahren 2000 kcal, von 51-64 Jahren
1800
kcal, ab 65 Jahre
1700
kcal
Wie man sieht, brauchen Frauen weniger Energie als Männer,
und für beide Gruppen nimmt der Bedarf im Alter ab.
Kohlenhydrate
Kohlenhydrate sind die wichtigste
Energiequelle für den Körper. Dazu gehören Obst, Gemüse,
Brot und Zucker. 1g Kohlenhydrate liefert 4.1 kcal
(Kilokalorien), also 4100 Kalorien. Einfache Kohlenhydrate,
oder einfache Zucker sind z.B. Glucose (Traubenzucker),
Fruktose (Fruchtzucker) und Laktose (Milchzucker).
Mehrfache Kohlenhydrate, wie Stärke, bestehen aus vielen
Zuckermolekülen. Solche zusammengesetzte Kohlenhydrate
werden im Organismus langsamer abgebaut. Der Körper kann
bei übermäßiger Kohlenhydratzufuhr diese in Fette
umwandeln.
Stellen Sie sich ein Stück Ihrer Lieblingstorte vor.
Vielleicht Sachertorte, oder Malakowtorte? Wenn Sie diese
jetzt genüsslich verspeisen, reagiert der Körper schnell
mit der Erhöhung des Blutzuckerspiegels. In der Folge wird
das zuckersenkende Hormon Insulin aus der
Bauchspeicheldrüse ins Blut abgegeben. Begeht man ständig
und jahrzehntelang vor allem „süße" Ernährungssünden, dann
reagiert der Körper zunächst immer weniger auf Insulin und
schließlich sind die Speicher der Bauchspeicheldrüse
erschöpft. So entsteht Diabetes mellitus
II („Alterszucker"),
eine häufige Erkrankung mit erheblichen Folgeschäden an den
Blutgefäßen von Auge, Niere, Herz und Gehirn. Es können
sich schwer heilende Unterschenkelgeschwüre bilden. Die
wichtigste Behandlung des Diabetes mellitus Typ II besteht
in einer Diät, die vor allem schnell resorbierbare Zucker
meidet. Führt dies nicht zum Erfolg wird der Hausarzt eine
spezielle Diabetesdiät verordnen, bei der die erlaubte
Zufuhr von Kohlenhydraten als Broteinheiten berechnet wird.
Er wird aber auch blutzuckersenkende Medikamente
verschreiben und gegebenenfalls Insulin, welches unter die
Haut gespritzt wird.
Was kann man tun, um
dieser Entwicklung vorzubeugen?
●
mehrere kleine Mahlzeiten am
Tag, ideal sind 5 Mahlzeiten
●
selten und wenig von den
rasch abbaubaren Einfachzuckern und wenn schon, dann in
Form von Honig oder Rohrzucker
●
Vollkornbrot wird wegen der
kleineren Oberfläche der Schrotteile langsamer zu
Einfachzucker abgebaut. Auf Grund des hohen
Ballaststoffanteiles wird die Darmtätigkeit angeregt und
nicht verdaute Nahrung rascher ausgeschieden. Es gibt
mittlerweile beim Bäcker so viele verschiedene
Schrotbrotsorten, daß bei nicht so guter Verträglichkeit
einer Art bestimmt eine zuträglichere zu finden ist. Etwas
feiner vermahlenes Roggen-, Weizen- oder Dinkelbrot ist in
der Regel verträglicher
●
Haferflocken, Mais,
Kartoffel, Reis und Nudeln abwechselnd regelmäßig essen
●
regelmäßig sportliche
Betätigung, vor allem Ausdauersportarten wie Wandern,
Laufen, Radfahren und Schwimmen
Ballaststoffe
sind Kohlenhydrate, die unser
Körper nicht verwerten kann. Sie sind z.B. in Obst, Gemüse,
Getreide (Haferflocken, Müsli), Reis, Polenta und Salaten
zu finden und haben wichtige regulative Funktionen für das
Verdauungssystem. Man sollte täglich mindestens 30 g davon
essen. Sie quellen im Darm bei gleichzeitiger Zufuhr von
Wasser auf und üben so einen Reiz auf die Darmwand aus. Die
vermehrten Darmbewegungen fördern die Ausscheidung von
unverdauter Nahrung, transportieren aber auch eventuell
krebserregende Substanzen rascher ab. Die Wissenschaft hat
eindeutige Anhaltspunkte dafür gefunden, daß bei
reichlicher Ballaststoffzufuhr das Risiko an
Darmkrebs
zu erkranken deutlich
sinkt. Divertikulose
ist eine Erkrankung des
Dickdarms, bei der kleine säckchenartige Ausstülpungen
gebildet werden, die sich auch entzünden können. Die nicht
erbliche Form dieser Krankheit ist mit ballststoffreicher
Ernährung gut zu beeinflussen. Darüber hinaus senken
Ballaststoffe den Cholesterinspiegel und glätten das
Blutzuckerprofil.
Fette
Fette haben einen mehr als doppelt so
hohen Energiegehalt wie Kohlenhydrate, nämlich 9 kcal pro
Gramm Fett. Fette sind in tierischen Lebensmitteln wie
fettem Fleisch und Fisch, Schmalz, Butter, Käse und Milch
sowie in pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem in
Pflanzensamen enthalten. Pflanzenfette nennt man auch Öle.
Nun gibt es aber bedeutende Unterschiede in der
biologischen Qualität der Fette. Generell kann man sagen,
daß der Körper pflanzliche Fette, also zum Beispiel
Olivenöl, Weizenkeimöl oder Maiskeimöl besser verträgt,
denn sie haben einen hohen Anteil an ungesättigten
Fettsäuren. Diese speziellen Stoffe (Linolsäure,
Linolensäure) können im Körper nicht in der benötigten
Menge produziert werden und müssen daher zugeführt werden.
Ungesättigte Fettsäuren sind Schutzfaktoren gegen die
Gefäßverkalkung und gerade deshalb kann kaltgepresstes
Olivenöl ganz besonders empfohlen werden.
Ein saftiger Schweinsbraten, ein Wienerschnitzerl, ein
Grammelfettbrot, der unvergleichliche Geruch von
Bauernspeck - allein der Gedanke daran lässt uns schon
heftig Speichel schlucken in Erwartung der herrlichen
Gaumenfreuden, denn Fett wirkt geschmacksverbessernd und
unser Körper weiß unbewusst nur zu gut, wie hoch der
Energiegehalt ist. Fette und Öle werden durch ein Sekret
der Bauchspeicheldrüse, das in den Darm abgegeben wird
zerlegt, dann über den Dünndarm ins Blut aufgenommen und
zur Leber transportiert. Dort wird es in Energie und in
körpereigene Substanzen umgewandelt, z.B. in Hormone und
Zellhüllen.
Gerade weil Öle und Fette so effektive Energieträger sind,
reichen schon ganz kleine Mengen aus und jedes Gramm zu
viel wird unweigerlich als Fettpolster an mehr oder weniger
schöne Körperstellen angebaut. Adipositas
(Übergewicht) ist die
Erhöhung des Körpergewichtes durch zu viel Fett. Sie kann
Folgeerkrankungen am Skelettsystem, aber auch
Systemerkrankungen wie Gicht und Diabetes auslösen.
Wie errechnet man das Normalgewicht eines Menschen? Als
Anhaltspunkt hat sich die Broca-Formel
bewährt. Größe in cm - 100
kg:
z.B. bei 175 cm Größe beträgt das Normalgewicht 75 kg.
(175cm - 100 = 75kg)
Eine neuere Formel zur Berechnung des Normalgewichtes ist
der Körpermassenindex
oder BMI (Body-mass-index): Körpergewicht in kg
dividiert durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat.
z.B. Bei 1.75 m Größe beträgt der BMI 24.48 kg/m2.
Normalgewichtige haben einen BMI von 18.5 - 24.9 kg/m2.
Übergewicht ist ein BMI über 30 kg/m2
Ein besonderer Problemstoff ist Cholesterin.
Es ist in allen tierischen Fetten zu finden, pflanzliche
Öle hingegen sind cholesterinfrei. Dieser Stoff wird zu
einem kleinen Teil in der Leber neu gebildet und mit der
Galle in den Darm ausgeschieden. Den Großteil nehmen wir
mit der Nahrung zu uns. Die Substanz hilft auch in der
Verdauung mit, und weil der Körper mit seinen Ressourcen
spart, wird es aus dem Darm wieder ins Blut aufgenommen und
zur Leber transportiert. Es entsteht ein Kreislauf.
Cholesterin ist ein Hauptfaktor für die Entstehung der
Gefäßverkalkung, der Artheriosklerose.
Dabei wird Cholesterin zusammen mit anderen Stoffen an der
Innenwand der großen und kleinen Schlagadern abgelagert, so
daß der Durchmesser des Gefäßrohres immer kleiner wird.
Durch diese Engstellen kann das jeweilige Organ zunehmend
schwerer mit lebenswichtigem Blut versorgt werden. Daraus
kann die koronare
Herzerkrankung (KHK),
bei der die Herzkranzgefäße verengt sind entstehen, aber
auch die Minderdurchblutung des
Gehirnes und
die arterielle
Verschlusskrankheit.
Wenn sich auf eine solche Engstelle der Schlagader
plötzlich ein Pfropf aus Blutplättchen ablagert, wird die
betreffende Arterie komplett verschlossen. Es entsteht aus
der koronaren Herzerkrankung der Herzinfarkt,
aus der Minderdurchblutung des Gehirnes der
Schlaganfall
und aus der
Verschlusskrankheit z.B. der Verschluss einer
Beinschlagader. Natürlich wirken viele andere Faktoren,
wie die Erbanlagen, bei der Entstehung dieser Erkrankungen
mit, aber eine wichtige Komponente können wir alle
mitbestimmen: die Ernährung.
Was können wir tun, um uns
wohl zu fühlen und den geschilderten Problemen vorzubeugen?
●
kaltgepresstes Olivenöl
scheint nach den bisher vorliegenden wissenschaftlichen
Daten das beste Speiseöl zu sein
●
maximal 2 Eier pro Woche
(inklusive der Eier in verarbeiteten Lebensmitteln
●
Fette, die bei
Zimmertemperatur fest sind (Schmalz) meiden und durch
Olivenöl, Weizenkeimöl oder Maiskeimöl ersetzen
●
Wurst, Mayonnaise und fette
Käsesorten so wenig wie möglich konsumieren
●
Butter sparsam verwenden und
eventuell durch Margarine ersetzen
●
Fettränder vom Fleisch
sorgsam wegschneiden und nicht essen
●
gelegentlich guter Rotwein in
Maßen (1 - 2 Achterl pro Tag) hat sich in neuen Studien als
günstig für den Fettstoffwechsel erwiesen
●
ballaststoffreiche
Nahrungsmittel wie Grobschrotbrot oder Haferflocken (Müsli)
binden einen Teil des Cholesterins im Darm und vermindern
dessen Wiederaufnahme vom Darm ins Blut. Dadurch wird etwas
Cholesterin mit dem Stuhl ausgeschieden und damit die
Gesamtmenge dieses problematischen Stoffes leicht gesenkt
●
Ausdauersport betreiben
Exkurs Laborwerte: Der Grund, warum hier
keine Labornormalwerte angeführt sind ist, daß es eines
ausgebildeten Spezialisten bedarf, um diese richtig zu
interpretieren. Dieser Spezialist ist Ihr Hausarzt. Er
kennt die Lebensumstände und Grunderkrankungen seiner
Patienten und wird entsprechend reagieren. So ist z.B. ein
Cholesterinwert von 220 mg/dl bei einem sonst Gesunden ohne
erbliche Belastung mit einer vernünftigen Diät und den oben
genannten Ratschlägen in den Griff zu bekommen. Im
Gegensatz dazu wird der Hausarzt bei einer koronaren
Herzerkrankung und erhöhten Fettwerten zusätzlich zur Diät
auch fettsenkende Mittel verschreiben. Wenn jetzt manche
Apotheken Cholesterinwerte bestimmen, so ist das eine sehr
fragwürdige Entwicklung. Der Apotheker ist auf Grund seiner
Ausbildung Spezialist für Arzneimittel und nicht in der
Lage, Erkrankungen zu diagnostizieren und zu therapieren.
Durch die Betrachtung eines isolierten Wertes, ohne die
vielfältige Information, die Ihrem Hausarzt zur Verfügung
steht, werden Patienten verunsichert. Sie als Kunde haben
freilich die Wahl diese Tendenz zu fördern, oder sich
weiterhin Ihrem Arzt anzuvertrauen.
Proteine
Proteine, oder Eiweiße sind in Fleisch,
Fisch, Eiern, Milch und Milchprodukten, aber auch in
Kartoffeln, Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen, Linsen),
Getreide und Nüssen enthalten. Proteine werden in erster
Linie für den Aufbau von Muskulatur, Hormonen und
Abwehrstoffen gebraucht und dienen erst in Not- und
Hungerzeiten der Energiebereitstellung. Sie liefern 4 kcal
pro Gramm verdautem Eiweiß. Proteine werden im Magen
angedaut und durch Bauchspeicheldrüsensekrete in die
Bestandteile, sogenannte Aminosäuren, zerlegt. In der Folge
werden die Aminosäuren aus dem Dünndarm ins Blut
aufgenommen und gelangen zur Leber, welche diese dann zu
körpereigenem Eiweiß umbaut. Ein Proteinmangel kann durch
Infektanfälligkeit, Schwellungen und langsame Wundheilung
auf sich aufmerksam machen.
Welche Eiweißstoffe sind
zu empfehlen?
Wie oft soll man Fleisch essen?
Bekommt man Eiweißmangel, wenn man kein Fleisch mag?
Man sollte:
● nicht mehr als 2x
wöchentlich Fleisch essen
●
mageres und hochwertiges
Fleisch bevorzugen, vorzugsweise aus biologischen Betrieben
●
2x wöchentlich Fisch essen,
weil im fischfett mehrfach ungesättigte Fettsäuren
enthalten sind. Heimische Fische wie Forelle, Saibling und
Karpfen mit Meeresfisch z.B.
●
Dorsch, Heilbutt und Kabeljau
abwechseln, nicht zuletzt auch wegen des Jodgehaltes. Fisch
kann Fleisch komplett ersetzten
●
Die Kombination Ei mit
Kartoffel ist eine besonders hochwertige Eiweißquelle
Vegetarisch
Ja-Nein?
Strenge Vegetarier, die sogenannten
Veganer, essen keinerlei tierische Nahrung. Weil bei dieser
Ernährung wichtige Nahrungsbestandteile, wie Vitamin B12
und spezielle Fettsäuren fehlen, leben sie ungesund. Isst
man allerdings lact-ovo-vegetarisch, nimmt also Milch und
Milchprodukte, Eier, sowie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und
damit genügend essentielle Aminosäuren zu sich, dann ist
das eine sehr hochwertige und ausgesprochen gesunde
Lebensweise.
BSE
BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) oder „Rinderwahn” ist
eine heimtückische Erkrankung, bei der bevorzugt das Gehirn
und Rückenmark von Rindern befallen wird. Durch infiziertes
Tiermehl werden die Krankheitserreger, sogenannte
Prionen, übertragen. Diese lagern sich der Hülle
von Nervenzellen an und verändern natürliche Proteine.
Dadurch sterben die Nervenzellen ab. Prionen sind deshalb
so gefährlich, weil sie extrem resistent gegen Hitze und
Chemikalien sind. Die Erreger können durch Kochen, Braten,
Grillen oder Desinfektionsmittel nicht abgetötet werden.
Selbst in der Asche von verbrannten Rindern fanden sich
noch infektiöse Partikel. Des weiteren sind sie biologisch
sehr schwer abbaubar und können über Jahre in der Erde
überleben.
Nach der Infektion eines Rindes mit Prionen vergehen
mindestes 20 Monate, teilweise aber auch über 15 Jahre bis
das Tier tatsächlich erkrankt. Deshalb können nicht
symptomatisch erkrankte Tiere in die Nahrungskette gelangen
und Infektionen auslösen.
Die vom Rind verursachte Prionenerkrankung des Menschen ist
eine Variante der Creutzfeldt Jakob
Erkrankung und führt
über die langsame Degeneration des zentralen Nervensystems
durch schwammartigen Umbau, Narben und Ablagerungen zum
Tode. Zwischen Infektion und dem ersten Auftreten von
Symptomen vergeht die sehr lange Zeitspanne von über 10
Jahren. Die Erkrankten sterben innerhalb weniger Monate.
Nur durch Obduktion und Gewebeuntersuchung des Gehirnes
kann die Diagnose gestellt werden. Ein neuer Test, der
Prionen mit Laserstrahlen in der Rückenmarksflüssigkeit
Erkrankter nachweist, ist in Erprobung. Die Therapie ist
derzeit nicht möglich, man kann lediglich
Krankheitssymptome mildern.
In Österreich ist bis dato kein BSE Fall aufgetreten. Man
sollte aber dennoch Vorsicht walten lassen und nur
Rinderfleisch konsumieren, wenn man genau weiß, daß dem
Tier kein verseuchtes Tiermehl verfüttert wurde. Dies
scheint in Österreich durch die artgerechte Tierhaltung
unserer Biobauern gesichert. Die Produkte der Biobauern
sind gesund, hochwertig und geschmacklich hervorragend.
Solche „Lebensmittel” sind unbedingt empfehlenswert, auch
wenn sie teurer sind, denn unsere Gesundheit muß uns auch
etwas wert sein!
Ungefährlich nach
derzeitigen Wissensstand:
●
Milch und Milchprodukte dzt.
keine Übertragung bekannt
●
Muskelfleisch von Rind und
Kalb
●
zur Zeit kein Hinweis auf
Übertragung auf Schwein und Geflügel
Möglicherweise bedenklich
nach derzeitigem Wissensstand:
sicher Infektiös:
Gehirn, Rückenmark, Augen, Darm
●
Wurst, Fertiggerichte und
Konserven: genau auf Rezeptur achten. In Österreich darf
Hirn für die Wurstproduktion nicht verwendet werden.
Billige Wurst kann allerdings bis 5 % Seperatorenfleisch
enthalten ( Fleisch, das von Knochen abgeschabt wird)
●Wirbelknochen
können Reste vom Rückenmark enthalten
●Gelatine
kann neben Schweineschwarten auch Spuren von Rinderknochen
enthalten. Auf gelatinreiche Produkte (Gummibärchen) daher
sicherheitshalber verzichten
●Backmischungen
können Rinderfett enthalten
●Viele
Antifaltencremes enthalten Rinderbestandteile. Infektiöses
Material darf seit 1998 nicht mehr verwendet werden. Obwohl
eine Übertragung kaum möglich erscheint sollte man auf
pflanzliche Produkte umsteigen
Gicht
In den Innereien Gehirn, Bries, Leber,
aber auch im Muskelfleisch, in geringerer Menge in
Hülsenfrüchten und Bier sind Purine enthalten. Purine
stammen vor allem aus Zellkernen. Das Abbauprodukt dieser
Substanzen ist Harnsäure, die sich ab einer gewissen
Konzentration in Gelenken, Niere und Haut als kleine
Kristalle ablagert und dort Entzündungen auslöst. Dadurch
entsteht neben einer vererbten Anlage die
Stoffwechselerkrankung Gicht. Die Tatsache, daß Gicht während der
Weltkriege selten auftrat, macht klar, daß es wohl die
geänderten Lebensumstände, vor allem der überhöhte
Fleischkonsum sind, die diese Stoffwechselerkrankung
auslösen. Meist reicht es bei erhöhten Harnsäurewerten
schon aus
●
wenig Fleisch und Fisch zu
essen und auch den Konsum an Bohnen und Erbsen
einzuschränken,
●
den Bierkonsum zu reduzieren
und
●
Alkohol zu meiden, weil
dadurch ein Gichtanfall ausgelöst werden kann
●
auch Kaffee enthält Purine,
auch hier ist Maßhalten wichtig
Sollten diese Maßnahmen nicht zum Erfolg
führen, wird der Hausarzt ein harnsäuresenkendes Medikament
zusätzlich zur Diät verordnen.
Vitamine
Vitamine spenden keine Energie, sind aber
lebensnotwendige Stoffe, die in ausreichender Menge
zugeführt werden müssen.
Fettlösliche
Vitamine können länger
speichern gespeichert werden, daher kann die Überdosierung
schädlich sein. Die wichtigsten sind:
A in Milch, Butter, Eigelb, gelben Früchten
und Gemüse
D in Milch, Butter, Fischöl, Lebertran,
Eier
E in Weizenkeimöl, Vollkorn, Blattgemüse,
Butter
K in Blattgemüse, Salat, Eigelb, Käse
Die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen wird durch die
Zugabe von etwas Olivenöl oder Butter erleichtert. (z.B.
einige Tropfen Olivenöl zu geschabten Karotten)
Wasserlösliche
Vitamine sind vom
Körper nur kurze Zeit speicherbar, daher zeigen sich
Mangelerscheinung rascher. Die Überdosierung ist kaum
möglich, weil diese Stoffe bald mit dem Urin ausgeschieden
werden. Eine kleine Auslese der bedeutendsten:
B-Komplex
in Vollkorn, Eiern, Milch,
Fleisch
C in frischen Früchten, Zitrusfrüchten,
Tomaten, Brokkoli, Äpfeln, Kartoffeln
Folsäure
in grünem Blattgemüse, Leber,
Gemüse
Mineralstoffe
Mineralstoffe liefern keine Energie, sind
aber ebenso wichtig wie die Nährstoffe. Der menschliche
Körper enthält zirka 3 kg Mineralien, den Großteil davon in
den Knochen und Zähnen. Mineralien regeln das Säure- und
Basengleichgewicht und sind an wichtigen
Stoffwechselvorgängen beteiligt. Sie werden ständig um- und
abgebaut, und daher ist es wichtig, eine ausreichende Menge
mit der Nahrung zuzuführen.
Natrium
und Chlorid
bilden das Kochsalz. Natrium
ist in alkalischen Darmsäften, im Blut und überall in den
Körpergeweben vorhanden, vor allem außerhalb der Zellen.
Chlorid bildet zusammen mit Wasserstoff HCl, die Salzsäure
des Magens. Der Tagesbedarf an Kochsalz liegt zwischen 4 -
6 Gramm. Wird über einen langen Zeitraum zu viel Kochsalz
genossen (12 - 15 Gramm), so kann sich zusammen mit einer
vererbten Anlage und Dauerstress die Hypertonie
(Bluthochdruckkrankheit),
entwickeln. Zu hoher Druck (über 140/90 mm Hg) im
Gefäßsystem begünstigt die Artheriosklerose,
die Niere, Hirn und Herz schädigt. Der Hausarzt weiß um die
körperlichen, seelischen und zwischenmenschlichen
Belastungen seiner Patienten am besten Bescheid. Er wird
Kochsalzreduktion, kaliumreiche Ernährung, genügend
Bewegung, Nikotinverzicht und Entspannungsmethoden als
Begleitmaßnahmen empfehlen und Medikamente einsetzen, um
eine schwerwiegende Gefährdung von vielen Organsystemen zu
verhindern.
Calcium
ist zusammen mit
Magnesium
und Phosphor
für die Festigkeit der
Knochen und Zähne verantwortlich. Osteoporose,
Knochenschwund, kann durch den ernährungsbedingten Mangel
an Calcium, Phosphor und Vitamin D, aber auch durch einen
Hormonmangel entstehen. Vitamin D wird übrigens zu einem
kleinen Teil durch Sonnenlicht in der Haut aus einer
inaktiven Vitaminvorstufe gebildet. Auch aus diesem Grund
ist Sonnenlicht so wichtig! Der Hausarzt wird calciumreiche
Lebensmittel wie Milch, Käse, Topfen, Vollkorn, grünes
Blattgemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Mineralwasser
empfehlen und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie
einleiten, die den Kalkeinbau in die Knochen unterstützt.
Außerdem sollte man mit regelmäßiger Gymnastik und einem
täglichem Spaziergang beginnen. Bei gefestigter Kondition
wäre eine Ausdauersportart der individuellen Neigung
entsprechend anzuraten, denn durch körperliches Training
wird der Einbau von Kalk in die Knochen gefördert.
Kalium findet sich vor allem in den
Körperzellen. Es ist wichtig für die Muskelerregbarkeit und
das Säure- Basengleichgewicht. Reich an Kalium sind
Sellerie, Blattgemüse, Bananen und Orangen. Wenn zu wenig
Kalium im Körper ist, kann sich daraus eine Muskelschwäche
und unregelmäßiger Herzschlag entwickeln. Eventuell könnte
das bei einer langdauernden wasserausscheidenden Therapie
auftreten.
Spurenelemente
Spurenelemente sind Mineralien, die nur
in kleinsten Mengen vom Körper gebraucht werden. Dazu
zählen unter vielen anderen Eisen, Jod, Selen, Zink,
Kupfer und
Mangan. Diese Substanzen werden vom Körper zur
Hormonbildung, zur Bildung des Blutfarbstoffes, für
körpereigene Abwehrmechanismen und den Stoffwechsel
benötigt.
Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des roten
Blutfarbstoffes Hämoglobin und darüber hinaus zuständig für
die Zellatmung. Es ist in Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen,
Eiern, Fleisch und Leber enthalten. Männer brauchen täglich
10 mg, Frauen benötigen solange sie mit der Regelblutung
Eisen verlieren, täglich etwa 15 mg. Nehmen wir zu wenig
Eisen zu uns, oder verlieren wir es durch Blutungen, kommt
es zur Eisenmangelanämie.
Der Hausarzt wird ein Eisenpräparat verschreiben, das
monatelang eingenommen werden muß, um die Eisenspeicher
wieder aufzufüllen.
Jod ist in Meeresfischen, Meeresfrüchten,
Obst, Gemüse und im jodierten Salz enthalten. Es ist
notwendig für die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Ein
Mangel kann zur Schilddrüsenunterfunktion
und zum Kropf führen.
Die Spurenelemente Selen, Kupfer, Zink
und Mangan haben neben anderen Funktionen auch
Bedeutung für die Immunabwehr. Sie sind in Milch, Vollkorn,
Hülsenfrüchten und Meeresfrüchten enthalten und werden mit
Vollwertkost in ausreichendem Maß zugeführt.
Lebensmittelgruppen
Das Lebensmittelangebot kann in 7 Gruppen
unterteilt werden. Die Empfehlung lautet, regelmäßig
Lebensmittel aus allen Gruppen zu konsumieren und innerhalb
der Gruppen zu wechseln. Des weiteren ist frischen und
biologischen Produkten der Vorzug zu geben, also z.B. Eier
von Hühnern aus der Bodenhaltung, Gemüse und Obst aus der
Region und ökologischem Anbau. Natürlich sind solche
Lebensmittel etwas teurer, aber sie sind
geschmacksintensiver, wertvoller und sichern den
Lebensunterhalt der Bauern.
Gruppe 1
Milch, Milchprodukte (Käse, Topfen, Joghurt,
Acidophilusmilch) z.B. täglich ¼ l Milch und 2 Scheiben
Käse
Gruppe 2
Fleisch, Wurst - maximal 2 x wöchentlich eine
Fleischportion, nur ab und zu Wurst und Leber
Fisch und Seefisch - 2-3 x wöchentlich, kann auch Fleisch
komplett ersetzen
Eier - nicht mehr als 2 Stück pro Woche
Gruppe 3
Brot - 5-7 Scheiben täglich (200-350 g)
Vollkornreis, Nudeln - 1 Portion (75-90 g)
Kartoffeln - 1 Portion (250-300 g, das entspricht 4-5
mittelgroßen Stücken)
Gruppe 4
Gemüse, Salate - täglich mindestens 1 Portion Gemüse
(200g) und 1 Portion Salat (75g)
Hülsenfrüchte - 1 Portion (150g)
Gruppe 5
Obst - täglich mindestens 1 Stück, oder 1 Portion (150g)
Gruppe 6
Fette: Butter, Margarine, Olivenöl, Weizenkeimöl, Kernöl,
täglich maximal 40 g Streichfett oder Öl (das sind ca. 2
Esslöffel Butter und 1 Esslöffel Öl)
Gruppe 7
Getränke: Wasser, Mineralwasser täglich 11/2 - 2 l
Vorschlag für einen
Speiseplan
Wählen Sie aus den angeführten
Vorschlägen etwas Passendes aus, improvisieren und
experimentieren Sie, bringen Sie Neues ein, meiden Sie
Unverträgliches. Wenn schwere Grunderkrankungen vorliegen,
wie z.B. Diabetes mellitus, oder ein Magengeschwür, dann
fragen Sie Ihren Hausarzt um seinen Ratschlag.
Frühstück
Müsli mit Früchten oder
Vollkornbrot mit Margarine und Topfen, Schinken, Honig oder
Marmelade
maximal 2 x wöchentlich 1 weiches Ei
Orangensaft
Kräutertee (nur ab und zu Kaffee oder Schwarztee)
Jause
Vollkornbrot mit Radieschen
Obst (Apfel, Birne, Marille, Pfirsich) oder
Milchreis oder
Milch und Milchprodukte (Joghurt, Topfen, Buttermilch,
Acidophilusmilch)
Mittagessen
Suppenauswahl: Gemüsesuppe,
Kartoffelsuppe, Brokkolicremesuppe, Tomatensuppe, klare
Gemüsebrühe
Hauptspeise
Auswahl: Huhn, Pute, Scholle, Forelle, mageres Rind- und
Schweinefleisch, Wild, Vollkorn- Getreidelaibchen,
Hirselaibchen dazu viel Gemüse und abwechselnd Kartoffel,
Reis, Polenta und Salate
Nachtisch:
Apfelmus, Obstsalat
Jause
belegte Brötchen oder Vollwertkuchen
Obst
Joghurt oder Acidophilusmilch oder Buttermilch
Abendessen
Vollkornbrot
mit Hüttenkäse oder
eiweißreiche Salate (Ei, Käse, Geflügel,
Thunfisch)
Apfel und Karotte geschabt
Getränke
●
die tägliche Trinkmenge
sollte zirka 11/2 bis 2 l betragen
● Mineralwasser
●
Leitungswasser
●
Kräutertee
●
verdünnte, frisch gepresste
Obst- oder Gemüsesäfte
●
nur gelegentlich Kaffee oder
Schwarztee (Hochdruckkranke sollten diese Stimulanzien
gänzlich meiden)
Grundsatzregeln
● 5 kleine Mahlzeiten
●
schmackhafte, kleine
Portionen
●
weniger tierisches Eiweiß,
also maximal 2 Fleischmahlzeiten, 1-2 Fischmahlzeiten, 2
Eier pro Woche. Tierisches Eiweiß sollte weitgehend durch
pflanzliches Eiweiß aus
●
Kartoffeln, Hülsenfrüchten
und Getreide ersetzt werden
●
weniger Fett. Verzicht auf
tierisches Fett im fetten Fleisch, Schmalz und Wurst und
Ersatz durch Olivenöl und Weizenkeimöl
●
reichlich frisches Obst und
Gemüse, sowie regelmäßig Kartoffel, Reis und Polenta
abwechselnd als Beilage
●
Vollkornprodukte bevorzugen.
Brot, Nudeln und Reis aus Vollkorn haben mehr
Ballaststoffe, Vitamine und einen höheren Eiweißgehalt
●
selten und wenig Süßes
●
weniger Salz
●
mehr Leitungswasser oder
Mineralwasser trinken, 1,5 - 2 Liter pro Tag als
Anhaltspunkt
Ernährung im
Alter
Im Alter nehmen die Organfunktionen ab,
und es kommt zu Veränderungen im Stoffwechsel und im
Wasserhaushalt. Die Wasserreserven verringern sich durch
eine Reduktion des Zellwassers, Kalium nimmt ab, Zucker und
Fette werden nicht mehr so rasch abgebaut, und der
Eiweißaufbau ist verlangsamt.
Alte Menschen brauchen
Lebensmittel mit hoher biologischer Wertigkeit:
weniger an Menge, aber dafür
qualitativ hochwertige Nahrung
Die Auswahl an Lebensmitteln wird im
Alter zunehmend eingeschränkt und meist wird nicht auf die
richtige Zusammensetzung geachtet. Dies hat auch damit zu
tun, daß sich die Empfindung der Geschmacksqualitäten
wandelt. Süßes wird weniger süß empfunden, dagegen vermehrt
sich der Geschmack für „Sauer" und „Bitter". Die
nachlassende Verdauungsfunktion führt zu immer mehr
Unverträglichkeiten, der Appetit sinkt und der Durst lässt
nach. Die langdauernde und regelmäßige Gabe von
wassertreibenden Arzneimitteln kann zum Kaliummangel
führen. Nach und nach entwickeln sich Mangelerscheinungen
mit den Symptomen Infektionsanfälligkeit, trockene und
rissige Haut, Einrisse an den Mundwinkeln, sowie allgemeine
Müdigkeit und Mattigkeit.
Bei Tumorerkrankungen
stellt sich der Stoffwechsel
auf abbauende Prozesse um. Es resultieren Gewichtsverlust,
Schwächegefühl, Anfälligkeit für Infektionen und
allgemeiner Verfall. Gelegentlich haben alternde Menschen
eine Abneigung gegen Fleisch, die bei einseitiger Ernährung
zur Anämie (Blutarmut) führen kann. Anzeichen dafür
sind Blässe, Leistungsschwund und Müdigkeit, aber auch die
Verschlechterung einer bestehenden koronaren
Herzerkrankung, da es dem vorgeschädigten Herzen nun
zusätzlich an Sauerstoff mangelt. Der Hausarzt wir eine
Tumorabklärung einleiten und im Falle der Eisenmangelanämie
das fehlendes Eisen als Tabletten verschreiben.
Wie soll sich der alternde
Mensch ernähren?
●
5 kleine, appetitlich
angerichtete Portionen täglich
●
vielfältige und
abwechslungsreiche Wunschkost. Es sollten die
Grundnahrungsmittel aller 7 Lebensmittelgruppen regelmäßig
gegessen werden
●
hochwertige, ausgewogene
Ernährung mit den angeführten Stoffen in der richtigen
Menge
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reichlich Vitamine, Kalk und
Spurenelemente durch Rohkost und Milchprodukten zuführen
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mehr pflanzliche Lebensmittel
wie Gemüse, Haferflocken und Obst, da diese weniger Energie
liefern, aber über reichlich Ballaststoffe, Vitamine und
Mineralien verfügen
●
hochwertiges Eiweiß zuführen,
vor allem durch fettarme Milch und Milchprodukte, Eier,
magere Fische und Meeresfrüchte, mageres Rindfleisch und
Schweinefleisch
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weichgekochte Eier (maximal 2
Stück pro Woche)
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kaltgepresstes Olivenöl und
Weizenkeimöl
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milder Apfelessig oder
Mostessig
●
etwas feiner vermahlenes
Vollkornbrot wird besser vertragen
●
Salzkartoffel,
Petersilienkartoffel, Nudeln, Reis, Getreideflocken, Gries
abwechselnd als Beilage
●
Karotten, Fenchel, Karfiol,
feine grüne Erbsen und Bohnenschoten, Paradeiser, Zucchini
und grüner Salat sind in der Regel gut verträglich
●
mit Honig und Rohrzucker
sparsam süßen
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milde Gewürze, wie Basilikum,
Majoran, Rosmarin, Thymian, Kümmel, Fenchel, Oregano
●
Obst wird besser vertragen,
wenn es geschält und das Kerngehäuse entfernt wird
●
bei vermindertem
Speichelfluss, Kau- und Schluckbeschwerden: Suppen,
püriertes Gemüse (Kartoffelpüree), Apfelmus und oftmals
dazu trinken
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bei Entzündungen der
Mundschleimhaut, des Rachens und der Speiseröhre alles
Saure, Scharfe und stark Gewürzte vermeiden
● bei Durchfall kein
frisches Obst, keine Hülsenfrüchte, keine Salate, dafür
aber reichlich trinken und für 1-2 Tage eine Teepause mit
Zwieback einlegen und danach langsamer, schonender
Nahrungsaufbau mit Haferschleimsuppe und Grieskoch
●
1,5 - 2 l stilles oder
kohlensäurearmes Mineralwasser oder Heilwasser täglich
trinken. Bei schweren Erkrankungen wird der Arzt die nötige
Trinkmenge festsetzen. Diese ist genau einzuhalten, weil
sich bei zu viel zugeführter Flüssigkeit Wasseransammlungen
im Gewebe bilden können. Andererseits sinkt bei zu geringer
Trinkmenge der Blutdruck und der Körper trocknet aus
●
günstige Zubereitungsarten
sind: Kochen, Dünsten, Garen im Tontopf, Grillen ohne Fett
Welche Lebensmittel und
Zubereitungen sollten ältere oder empfindliche Menschen
meiden?
●
fette Vollmilch, Schlagrahm,
Schlagobers, fette Käsesorten
●
fettes Fleisch, geräuchertes
Fleisch, fette und geräucherte Wurst, Gans, Ente, fette
Geflügelhaut
●
Karpfen, Aal, Hering und
geräucherten Fisch
●
hartgekochte Eier, Eierspeise
mit viel Fett, Mayonnaise
●
frisches Brot, allzu grob
vermahlenes Vollkornbrot
●
frische Mehlspeise aus Hefe,
fette Backwaren, Blätterteig, Brandteig
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Kartoffelpuffer, Kroketten,
Pommes frites, Bratkartoffel
●
Kohl, Sauerkraut, Lauch,
Zwiebel, getrocknete Hülsenfrüchte
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unreifes Obst, rohes
Steinobst, Nüsse, Mandeln
●
Schokolade
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kohlensäurehaltige
Mineralwässer, eisgekühlte Getränke
●
Curry, Pfeffer, Senf, Rettich
●
zu starkes Anbraten, Rösten,
Frittieren
Diäten und Fastenkuren
Es vergeht kein Monat an dem nicht eine
mehr oder weniger kompetente Zeitschrift eine neue
„revolutionäre" Diät oder Fastenkur präsentiert. Ein gar
nicht so kleiner Teil der gläubigen Leserschaft versucht
die neue Kur durchzuziehen, mit dem Effekt, dass man nach
all der Plage und Pein noch einiges an Gewicht zugelegt
hat. Aber auch ältere Ernährungsmodelle, wie die Haysche
Trennkost oder die Makrobiotik haben sich aus
ernährungsphysiologischer Sicht als nicht empfehlenswert
herausgestellt.
Für einen gesunden Menschen ist ein gelegentlicher Fasttag
und die bis zu einer Woche dauernde Fastenkur durchaus
empfehlenswert. Beim alternden Menschen hingegen ist
Vorsicht angebracht. Man muß klar sagen, dass zu wenig
Kohlenhydrate (unter 50g/Tag) zu einem erheblichen Natrium
und Kaliumverlust führen und in weiterer Folge auch zum
Wasserverlust. Dadurch sinkt der Blutdruck und es besteht
die Gefahr einer Minderdurchblutung der Hirngefäße und
Herzkranzgefäße. Schlaganfall und Herzinfarkt können die
Folge davon sein. Der Kaliumverlust kann zu
Herzrhythmusstörungen beitragen. Durch den Fettabbau fallen
sogenannte Ketonkörper vermehrt im Blut an, die ihrerseits
die Harnsäureauscheidung hemmen. Der Harnsäurespiegel im
Blut steigt an, mit der Möglichkeit der Entwicklung eines
Gichtanfalles. Zuwenig Eiweiß (unter 40g/Tag) in der
Nahrung verursacht den Abbau von Herz- und
Skelettmuskulatur und durch die verringerte Bildung von
Abwehrstoffen auch eine Infektanfälligkeit. So ungefährlich
wie manchmal angenommen ist das Fasten nicht, besonders bei
älteren Menschen mit vorbestehenden Organstörungen. In
jedem Fall empfiehlt sich die hausärztliche Überwachung
einer ambulanten Fastenkur.
Wie soll man fasten?
Welche Kur ist zu empfehlen? Was hilft vor allem
langfristig?
Bei zu rascher Gewichtsabnahme stellt der
Körper den Stoffwechsel auf ein Sparprogramm um und kommt
mit weniger Energie aus. Wir kennen diesen Effekt von allen
möglichen Fastenkuren, bei denen am Beginn des Fastens die
Kilos rasch purzeln, nach einigen Tagen aber die Waage bei
einem bestimmten Gewicht stehenbleibt. Nach Beendigung des
Fastens holt der Körper Versäumtes auf und nimmt rasch
wieder an Gewicht zu. In vielen Fällen wird das
Körpergewicht nach der Kur über dem Ausgangsgewicht zu
Beginn der Fastenkur liegen. Im Gegensatz dazu kann man
durch allmähliche Einschränkung der zugeführten
Energiemenge und reichlich Bewegung diese
Stoffwechselumstellung vermeiden und dadurch eine schonende
Gewichtsreduktion erzielen.
Als Basiskost ist die Vollwerternährung
empfehlenswert, bei der neben
wissenschaftlichen Erkenntnissen auch ökologische Aspekte
eine Rolle spielen. „Alles soll so natürlich
wie möglich sein". Man
will eine optimale Versorgung mit Nährstoffen
sicherstellen, ernährungsbedingten Erkrankungen vorbeugen,
aber auch die Umwelt durch Energieeinsparung bei der
Herstellung von Lebensmitteln schonen. Der größte Anteil
der Nahrung soll pflanzlichen Ursprungs sein, ein geringer
Teil kann auch aus tierischen Produkten bestehen.
●
Bevorzugung pflanzlicher
Lebensmittel
●
reichlich Rohkost
●
schonende Zubereitung mit
wenig Öl
●
Meiden von
Lebensmittelzusatzstoffen und bestrahlten Lebensmitteln
●
Lebensmittel aus ökologisch -
biologischem Anbau
●
Lebensmittel aus der Region,
wo man lebt
●
umweltschonend verpackte
Lebensmittel bevorzugen
Mit dieser Ernährungsweise wird man
langsam, aber dafür dauerhaft und gesund abnehmen, ohne daß
sich Mangelerscheinungen bemerkbar machen.
Gelegentlich ist ein Fasttag pro Woche anzuraten, an dem
reichlich Mineralwasser und Kräutertee getrunken wird. Bei
erhöhtem Energiebedarf kann man zusätzlich Zwieback oder
Müsli essen. Die „Milch - Semmelkur” nach
Dr.med. F.X. Mayr ist
für eine oder zwei Wochen sehr zu empfehlen und regeneriert
den Körper nachhaltig. Auf alle Fälle ist die ambulante
ärztliche Überwachung wichtig.
Alkohol!
Ja, es stimmt tatsächlich,
gelegentlicher, maßvoller Alkoholkonsum kann der Gesundheit
zuträglich sein! Im Fass ausgebauter guter Rotwein enthält
nach neueren wissenschaftlichen Untersuchungen Phenole,
Farb- und Gerbstoffe, die das Herz - Kreislaufsystem
schützen, Gefäße erweitern und das Risiko, einen
Schlaganfall zu erleiden, reduzieren. Jeder zweite von uns
hat einen unangenehmen Keim im Magen, ein Bakterium
namens Helicobacter
pylori. Dieses
Bakterium kann Entzündungen und Geschwüre
von Magen und Zwölffingerdarm verursachen. Bei mäßigem Alkoholgenuss
tritt der Erreger seltener auf.
Gelegentlich 1-2 Achterl
Rotwein oder
Weißwein
sind das zuträgliche
Maß. Alles was darüber
hinaus an Alkohol zugeführt wird, schädigt die Leber und
viele Organsysteme nachhaltig. Neuerdings wird auch
dem Bier eine ähnliche Wirkung zugeschrieben. Hier
beträgt die vorteilhafte Menge ½ bis 1 Flasche
täglich. Bierkonsum in Maßen
regt den Harnfluss an und kann nach neuer Meinung dazu
beitragen, daß sich Nierensteine seltener bilden, weil der
Harnfluss angeregt wird. Dennoch würde ich bei
Gicht
vom Bier- und Alkoholkonsum
weitgehend abraten, denn Bier führt reichlich Purine zu und
Alkohol hemmt den Abbau von Harnsäure. Neue Studien zeigen,
dass auch der Genuss von unvergorenem Traubensaft
ähnliche Wirkungen hat, allerdings ohne
nachteilige Alkoholwirkung!
Trotz mancherlei vorteilhafter Wirkungen kann man keine
allgemeine Empfehlung für regelmäßigen Alkoholgenuss geben,
denn zu rasch und fließend ist die Grenze erreicht, bei der
man in eine Alkoholabhängigkeit
gerät. Diese verheerende
Sucht richtet die Betroffenen körperlich, geistig und
sozial zu Grunde und die Chance ihr zu entrinnen ist
gering! Alkoholgenuss kann für Jugendliche sicher nicht
empfohlen werden. Für das mittlere Lebensalter mag zum
Stressabbau gelegentlich ein Bier, oder 1-2 Achterl Rotwein
vorteilhaft sein, denn es werden dadurch auch körpereigene
Botenstoffe, Endorphine freigesetzt, die das Gemüt
glücklich stimmen können. Der ältere Mensch kann von
mäßigem Alkoholgenuss ab und zu am deutlichsten profitieren
und Rotwein
sollte dabei
eine Art
Medizin sein,
die
gelegentlich, bedächtig, genussvoll und in kleinen Mengen
getrunken wird.
Nachwort
Mit dem nun erworbenen Wissen können Sie
dazu beitragen, daß es Ihnen selbst und jenen, für die Sie
sorgen besser geht, daß sich Wohlbefinden einstellt und die
Gesundheit gefestigt wird. Natürlich werden wir alle wieder
einmal „sündigen" und Feste feiern, aber es sollte uns
stets das rechte Maß bewusst sein, damit wir bald wieder zu
den Gesetzen der Natur zurückfinden. Diese
Gesetzmäßigkeiten wirken auch in unserem Körper und wenn
wir davon zu sehr abweichen, werden wir Krankheit ernten.
Unser Essen sollte einfach und natürlich sein, wir sollten
an einem hübsch gedeckten Tisch mit Freude und Genuss
speisen. Denken wir auch an die vielen Menschen, die gerade
jetzt Hunger und Durst leiden. Daraus mag vielleicht
gewisse Demut erwachsen für einen gefüllten Teller und ein
Glas reines Wasser. Vergessen wir auch nicht auf unsere
Bauern, Greissler und Nahversorger. Wenn wir uns für deren
qualitativ hochwertige Produkte entscheiden, sichern wir
auch ihr tägliches Brot. Die geringen Beträge, die
regionale Lebensmittel mehr kosten, kann sich bei rechter
Betrachtungsweise fast jeder leisten. Sparen wir lieber
woanders, aber nicht bei unserem wichtigsten Gut der
Gesundheit!
Alles Gute und guten Appetit wünscht Ihnen
Dr.med.univ. Christian Pfiszter